Im Jahre 1985 wurde ein spezielles Netzwerkprotokoll zur Dateiübertragung via TCP/IP-Netzwerke entwickelt: das File Transfer Protocol (FTP).
FTP ermöglicht das Kopieren von Dateien unterschiedlichster Formate zwischen einem Server und einem Client. Auf dem Client benötigt man dazu in der Regel eine entsprechende FTP-Client-Software. Eine solche Software kann eine Stand-Alone-Lösung sein, wie dies bei Programmen wie WS-FTP oder FileZilla der Fall ist, sie kann aber auch in Browsern direkt integriert vorhanden sein. Dies kann durch ein so genanntes WebFTP geschehen, welches ein angebotener Dienst von diversen Webservern ist, die einen Zugriff auf einen FTP-Server via http ermöglichen. Die Syntax einer ftp-Adresse im Browser beginnt immer mit ftp://.
Der Aufbau einer FTP-Verbindung erfolgt grundsätzlich vom Client aus. Bei den zu übertragenden Dateien kann es sich um Programm-, Text-, Video-, Ton oder Bilddateien handeln, die je nach Berechtigung
sowohl als Download als auch als Upload zur Verfügung stehen. Bei einem Download handelt es sich um die Übertragung von Dateien vom Server zum Client, derweil der Upload jene vom Client zum Server überträgt. Im Verlauf der Entwicklung des Internets ist für beide Varianten in einigen Nutzungsfällen kein eigener FTP-Client nötig.
Das FTP-Protokoll erlaubt zudem die Manipulation von Daten und Dateien auf einem anderen Computer-System – dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um einen Server im klassischen Sinne. Unter einer solchen Manipulation werden Dienstleistungen wie:
- die Listen von Dateien oder Dateiverzeichnissen,
- das Umbenennen oder Löschen von Dateien,
- Datei-Transfer von und zum Computer-System oder
- Statusinformationen
verstanden.
Man unterscheidet zwischen zwei Verbindungmodi, dem aktiven und dem passiven FTP. Das aktive FTP sorgt für das Öffnen eines zufälligen Ports durch den Client, der dem Server diesen und die Client-IP-Adresse per PORT-Kommandos mitteilt. Das passive FTP sendet clientseitig ein so genanntes PASV-Kommando, woraufhin der Server einen Port bereit stellt und diesen dann inklusive der IP-Adresse wiederum an den Client sendet. Letzteres wird dann eingesetzt, wenn der Client den Server nicht anderweitig erreichen kann, zum Beispiel bei der Zwischenschaltung eines Routers auf Clientseite, der die Adresse dessen mit NAT umschreibt. Auch eine Firewall kann hier ein Hinderungsgrund sein, weshalb das passive FTP zum Einsatz kommen muss.
Neben den nicht-öffentlichen FTP-Servern, die immer einen Benutzernamen und Passwort fordern, gibt es auch Öffentliche, zu denen zum Beispiel Universitäten und so genannte Mirrors zählen. Diese bieten ein Anonymous FTP an, welches ohne ein Passwort auskommt und keine weiteren Verifizierungsdaten benötigt. Die Anbieter gehen jedoch davon aus, dass man sich mit einer gültigen E-Mail als Passwortersatz verifiziert um Missbrauch zu verhindern.

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